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Am Samstag, 1. September 2001, um ca. 11.25 Uhr, trafen sich beim Gemeindeparkplatz vor dem Dorfplatz 14 Turner der Aktivriege zur gemeinsamen Turnfahrt. Schon die Einladung der beiden Organisatoren, Reto Brander und Philipp Niedermann, versprach eine gewisse Spannung. Was für eine Überraschung mochte das wohl sein, welche die beiden uns angekündigt haben? Ob gar einige „den Braten bereits vorher gerochen haben“? Denn das äusserst pünktliche Erscheinen von einigen Turnern an diesem Samstagmittag schien fast unerklärbar. Aber was ist denn nun mit dieser Überraschung? Alles der Reihe nach. Völlig nichtsahnend (Annahme der „Redaktion“) trafen die 14 Aktivmitglieder nacheinander beim abgemachten Treffpunkt ein. Als ich von Ganterschwil her Richtung Treffpunkt unterwegs war, fuhr Rolf, gerade von der Feldstrasse herkommend, hinter mir das Dorf hinunter. Da ich aber noch etwas Kleingeld für das bevorstehende Wochenende mitnehmen wollte, legte ich noch kurz einen Stopp beim EC-Automaten ein. Dies war, so stellte sich im Nachhinein heraus, ein ganz klarer Fehler. Denn vor mir waren bereits 13 Aktivriegler eingetroffen, logischerweise auch Rolf, so dass ich wohl der Letzte war. Nun da jetzt, etwas nach 11.30 Uhr, alle anwesend waren, konnten Reto und Philipp die angekündigte Überraschung präsentieren. Und die lautete folgendermassen: An der diesjährigen Turnfahrt muss nicht der jüngste Teilnehmer den Bericht schreiben, sondern der Letzte der eintrifft. Ich möchte hier nur am Rande erwähnen, dass einer der Teilnehmer, welcher vor mir eingetroffen ist, ein gewisser Patrick Göldi ist. Damit wäre auch das mit dem „Braten vorher gerochen“ erklärt. Es muss aber hier schon klar festgehalten werden, dass ausser Reto und Philipp niemand etwas von dieser Überraschung gewusst hat, so dass die Ermittlung des freiwilligen Berichterstatters fair war. Als ich dann aber so am Schreiben meines Berichts war, machte ich zwischendurch einen Abstecher auf die Homepage des TVO und las da den Bericht der Turnfahrt vom Jahr 2000, welcher Andreas Kull geschrieben hatte. Und was las ich da am Anfang? Ich zitiere im folgenden Wort für Wort: «Weisch Andreas, d‘Tradition mömmer eifach bibhalte, dass de Jüngscht de Reisebricht duet verfasse, organisiert hin oder här», meinte Philipp Niedermann überzeugend und doppelte nach mit, «Veschtasch mi scho, oder?» «Isch jo schue guet, Huber, hesch mi vollkommend chöne devo überzüge, i machs jo uuu choge gern...», entgegnete ich ihm, und siehe da, schlagartig veränderte er seinen Mundwinkel in ein breites Lächeln, als wolle er andeuten, «Puh, do han i nomal Schwein gho.» Also dann, so sei es nun... Es ist also schon sehr interessant, wie sich die Meinungen vom einen Jahr auf das andere Jahr ändern. Gell Philipp! Nun also, mit einer winzig kleinen, ganz minimen Verspätung gings los. Zuerst fuhren wir mit den Autos zum Bahnhof Lichtensteig. Von dort gings weiter mit dem Zug via Uznach, Ziegelbrücke bis nach Chur. Dort wartete bereits das Postauto, mit welchem wir anschliessend nach Tschiertschen fuhren. Von der vielen Umsteigerei ganz erschöpft, war klar, jetzt brauchen wir zuerst eine Stärkung, bevor wir die ca. 2 Stündige Wanderung zur Jochalp-Hütte in Angriff nahmen. Und während wir da so beisammen sassen und uns bei Reto und Philipp erkundigten, wann denn der nächste Boxenstopp vorgesehen sei, informierte uns der Besitzer der ersten „Tankstelle“, dass die „Tankstelle“ auf dem Weg, heute wegen einer geschlossenen Gesellschaft nicht geöffnet sei. Wegen dieser schlechten Nachricht war uns der Durst vorerst vergangen und wir machten uns schläunigst auf den Weg, um uns hoffentlich vom Gegenteil überzeugen zu können. Während die hintersten noch nichts vom bevorstehenden Glück wussten, waren die ersten bereits mit Volltanken beschäftigt. Denn der Literverbrauch auf den ersten Kilometern war doch sehr enorm. Auch die zweite Gruppe war natürlich sehr erleichtert, dass man nicht non Stopp bis zur Jochalp-Hütte hinauf durchziehen musste. Nun ist es aber höchste Zeit kurz ein paar Worte über das Wetter zu verlieren. Kurz gesagt, wir hatten Glück, dass wir wenigstens trocken beim ersten Zwischenhalt angekommen sind. Da wir aber von der Sonne nichts zu sehen bekommen haben und in der „Tankstelle“ tatsächlich alles reserviert war, mussten wir leider draussen in der Kälte sitzen. Aber nicht lange, denn neben an hatte es eine kleine gemütliche Hütte, welche bereits vorgeheizt war und so durften wir dort hinein und einer gemütlichen Runde stand nichts mehr im Wege. Es gesellte sich auch noch eine weitere Gruppe zu uns, die sehr erstaunt war, dass wir noch bis zur Jochalp-Hütte marschieren wollten. Ist doch kein Problem. Vollgetankt nahmen war auch den zweiten Teil unserer Wanderung in Angriff. Da die Zeit aber doch schon etwas fortgeschritten war, nahmen wir diverse Abkürzungen und erreichten schliesslich unser Nachtlager bereits mit der Hälfte der geschätzten Zeit. Mit einem riesen Hunger setzten wir uns nach dem Massenlagerbezug an die Tische und wir wurden dann auch gleich von unserem Wirt Beni rasch verwöhnt. Zuerst gab es einen riesigen gemischten Salat und dann folgte ein sensationelles Steak mit Teigwaren, zwei verschiedenen Saucen und Gemüse. Und zu guter Letzt kam noch eine riesen Portion Caramelköpfli als Dessert. Es war ein richtiges Festessen und obendrein auch noch sehr gut zubereitet. Tja, und dann war Fussball angesagt. Wie so oft in den letzten Jahren spielte die Schweizer Nationalmannschaft am selben Wochende, wie die Aktivriege auf Reise geht, ein Qualifikationsspiel für die WM oder EM. Und auch diesmal gab es natürlich kein Erfolgserlebnis, wie auch schon in früheren Jahren. Dieses Datum sollte der SFV endlich einmal streichen. Vielleicht müssen wir das einmal mitteilen. Erstaunlicherweise aber, interessierten sich nicht alle Aktivmitglieder für das Geschehen auf dem Fussballrasen, weshalb sich jene intensiver mit unseren Mitbewohnerinnen den ...Schwadronen aus Winterthur unterhalten konnten. Aber auch diese Unterhaltungen brachten keine Erfolgserlebnisse, was irgendwie voraussehbar war. Denn bereits um 22.OO Uhr gingen die Schwadronen zu Bett. Weshalb können wir aber nicht ganz nachvollziehen, denn Schlafen konnten Sie ja eh nicht, wie sich später herausstellte. Und so begann eine lange intensive Jassnacht für die Aktivriege des TVO. Dabei wurde wiedereinmal entdeckt, wie gut sich der „Zwick“ eignet, um einige heitere Stunden zu verbringen. Denn auch auf der Jochalp-Hütte flogen die Krähen tief, sehr tief. Und plötzlich stand er da. Ja wer denn? De Beni! So jetz langets aber, hauets emol is Nescht. Ja, diese Aufforderung passte natürlich nicht allen, und so gab es noch die eine oder andere niveauvolle Diskussion. Trotzdem, dass wir unser Niveau noch lange nicht erreicht hatten, mussten wir wohl oder übel unser Nachtlager aufsuchen. Dabei standen uns jedoch einige Winterthurerinnen im Weg, die erstaunlicherweise immer noch wach waren. Und wer weiss, wie lange Sie, auch nach dem wir uns hingelegt hatten, noch nicht geschlafen haben. Denn zwei Aktivriegler, die ihren Schlafplatz bei unseren Winterthurerinnen hatten, warteten nicht lange mit schlafen. Und so dürfte es für die eine oder andere das nächste Problem gewesen sein, in Ruhe einzuschlafen. Nach einer kurzen Nacht, stärkten wir uns am Frühstückstisch für den bevorstehenden Tag. Das Wetter zeigte sich von seiner guten Seite, trotz der schlechten Vorhersage. Bald machten wir uns auf, um den Weg nach Churwalden unter die Füsse zu nehmen. Auch hier teilte sich die Turnerschar schon bald in zwei Gruppen auf. Während die erste Gruppe nach Churwalden marschiert ist und dort bereits in einem Gartenrestaurant Platz genommen hatte, fehlte von der zweiten Gruppe noch jede Spur. Diese wurden nämlich unterwegs, obwohl kein Restaurant weit und breit vorhanden war, bestens bewirtet. Und obendrein chauffierte die „lustige Wirtin“ unsere 8 Aktivriegler mit ihrem normalen 5 Plätzer-PW auch noch bis nach Churwalden, direkt vor das Gartenrestaurant, in dem die erste Gruppe sass. Wieder alle beisammen, nahmen wir jetzt das Mittagessen ein. Als nächtstes stand die Rodelbahn auf dem Programm. Nach dem feinen Mittagessen gings zur längsten Rodelbahn von Europa. Einige waren schon bereits einmal auf dieser Bahn gefahren und hatten ihre Erfahrungen. So wurden Wetten abgeschlossen, dass es kaum möglich sei, das erstemal ohne Bremsen auf der Rodelbahn zu Tale zu sausen. Doch unser Blaulichtspeziallist war da anderer Meinung und schaffte, das aus meiner Sicht unvorstellbare. Einmal hinunter ohne zu bremsen. Überigens, beim etwas mehr als halbstündigen Anstehen, war auch noch so einiges los. So waren bei unserem Gast aus der Speicherschwendi, eher überhörbare dafür umso aroma intensivere Ausdünstungen zu vernehmen. Diese Abgase stammen vermutlich eindeutig vom zu vielen Volltanken mit Most aus einer der vielen Tankstellen, die sich auf unserem Weg befanden. Und dann war ers doch. Der Dani Mahrer, welcher unseren Teamsenior völlig aus dem Häuschen gebracht hat. Nach dem Temporausch auf der Rodelbahn, mussten wir dann langsam aber sicher den Heimweg antreten. Zuerst gings mit dem Postauto von Churwalden nach Chur und dann mit der Bahn weiter via Ziegelbrücke, Uznach wieder bis nach Lichtensteig. Hier verabschiedete sich ein Teil von der Turnerschar während andere die Turnfahrt noch im Rest. Sonnenhof gemütlich ausklingen liessen. Zum Schluss möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer bei Reto und Philipp für die Organisation der gelungenen Turnfahrt recht herzlich bedanken. Es war wieder einmal mehr ein tolles Wochenende im Kreise der Turnkollegen. Und die Moral von diesem Bericht, zu spät zur Turnfahrt kommt man nicht!!! Simon Looser |
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