Turnfahrtbericht Damen/Frauen



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Bei strahlendem Sonnenschein besammelten sich am 11. August achtzehn aufgestellte und muntere Turnerinnen. Mit dem Mogelsberger Schulbus wurden wir von Gabi nach Bad Pfäffers gefahren. Dort schnallten wir uns die Rücksäcke und Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg in die Taminaschlucht.

Bei der ersten Feuerstelle packten wir den Lunch aus. Für die mitgebrachten Bratwürste und Servelats wurde ein Feuer entfacht. Nach dem stärkenden Mahl gelangten wir im sehr steilen Gelände auf Holztreppen in die Schlucht. Die Höhenangst konnte leider nicht von allen überwunden werden. Beim Alten Bad angelangt, wurde uns der Eingang in die Schlucht geöffnet. Es wurden Hüte und Regenjacken ausgepackt, weil von den überhängenden Felsen das eine und andere Bächlein floss. Das warme Wasser der Quelle lud zum Bade, doch eine Glasscheibe hinderte am Tauchen. Getaucht wurde dennoch, nämlich ein Pulloverärmel, der die genaue Wassertemperatur messen sollte. Überwältigt von der Tiefe der Schlucht, versuchten wir uns beim Besichtigen des Alten Bades in frühere Zeiten zu versetzen. Die Höhenmeter in der Schlucht hinunter, mussten auf dem Rückweg wieder wettgemacht werden. Dies schien einer begeisterten Bastlerin noch nicht genug. Sie konnte den schönen flachen Schiefersteinen kaum widerstehen und so füllte sich ihr Rucksack stetig.

Nach der kurzen Fahrt nach Bad Ragaz konnten wir im Hotel Traube die Zimmer beziehen. So galt es den „Alten“ den ersten Stock zu überlassen und die „Jungen“ im Dachgeschoss einzuquartieren. Es meldeten sich bereits beim Treppensteigen erste Bedenken, ob wir das oberste Gebot des Hauses einhalten können: “Leise sein, Ruhezone“. Nach einer kurzen Erfrischung, zog es uns weiter nach Maienfeld. Dort schlossen sich noch drei Nachzüglerinnen der lustigen Schar an. Es sei etwas für unsere Seelen, dieser Torkel, stand es auf dem Zettel. Wir wurden im 200jährigen Eggtorkel herzlich begrüsst. Als erstes konnten wir uns einen Riesling Silvaner zu Gemüte führen. Dazu wurde Alpkäse, Salsiz und feines Bündnerbrot aufgetischt. Unüberhörbar war der Lärmpegel nach dem ersten Glas beträchtlich angestiegen. Der Blauburgunder mundete nicht allen. So wurde er zum Beispiel als zahnsteinlösend bezeichnet. Zum Abschluss konnten wir zwischen drei Weinen auswählen. Nämlich dem Blauburgunder Barreque, gereift im Eichenfass, einem Federwy oder dem Pinot Gris, letztere sogenannte Dessertweine. Probiert wurde soviel, das sich kalte Ohren bemerkbar machten. Dies war ein Zeichen und so trennten wir uns schweren Herzens und torkelnd vom Torkel. Bei der Rückkehr in die Unterkunft schien es, als sei man in einem Hochhaus, so viele Treppen führten zum heiss herbeigesehnten WC.

Auch der Magen wollte noch verwöhnt werden und so begaben wir uns in die Pizzeria Felsenkeller. Der Bär am Eingang lehrte uns das Fürchten. Als nach dem Essen einige aufs WC gingen, blieben sie verdächtig lange fort. Ja, man hatte vom stillen Örtchen doch tatsächlich freien Blick in die Küche. Die Bar im Haus lud ein, länger zu bleiben. Vor Mitternacht wurde Geheimnis voll getan. Denn Astrid feierte am zwölften ihr Wiegenfest. Punkt Mitternacht wurde ein Gummibäärli-Rüeblicake serviert und der Chef des Hauses offerierte ein Champagner. Wegen geschlossenen-zu mussten wir den Felsenkeller verlassen. Obwohl nicht alle so gingen wie sie gekommen sind. Auf der Suche nach Tanzmusik und Männern stellten wir fest, dass Bad Ragaz nicht viel zu bieten hat. So war es halb drei als sich die letzten die steilen Treppen hinauf quälten und sich zu Bette legten.

Frühmorgens wütete der automatische Weckdienst sein Unwesen. Und so begannen wir pünktlich um acht mit dem Frühstück. Frischer Zopf und ofenwarme Gipfeli waren rar, doch konnten wir uns am Birchermüsli und Brot die Zähne ausbeissen. Kaum waren die Zimmer geräumt, fuhren wir wieder nach Maienfeld, denn der Alpöhi rief. So wurde der Heidiweg zur Heidialp unter die Füsse genommen. Man konnte sich an den Tafeln schlau über das Leben von Heidi machen. Dabei wurde ein kleines Defizit festgestellt. Es stellte sich die Frage ob jetzt sBäärli ein Hund oder ein Schwein ist. Diese Frage konnte zum Glück gelöst werden. Denn der Alpöhi stand uns Red und Antwort. Auf der Heidialp, die genau auf 1111 m.ü.M. liegt, genossen wir eine wunderschöne Aussicht. Nach der Mittagspause war die Meinung, auf dem Rundweg wieder zum Bus zu gelangen. Schlussendlich erreichten alle das Ziel, wobei natürlich jede meinte den richtigen Weg gegangen zu sein. Als wir ausgeruht waren, traten wir die Rückreise an. Bei einem Zwischenhalt konnte sich jede noch stärken, bevor sie sich wieder dem Alltag stellen durfte. Der Ausklang fand dann im Sonnenhof statt. Es sei allen herzlich gedankt, die zu dieser schönen Turnfahrt beigetragen haben, besonders den Organisatorinnen, welche kurzfristig so ein super Programm aufstellten.

 

Als jüngste Teilnehmerin

Sonja Reichmuth


last update: 08.01.2012
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